Menschen unter uns

von BIRGIT THOMAS

Kerstin M. Schuld illustriert seit einigen Jahren mit viel Liebe und Herz Kinderbücher. Durch ihren eigenen Stil und ihre Hingabe wurde sie eine der beliebtesten Illustratorinnen bei den Kinderbuchverlagen.

Birgit Thomas: Frau Schuld, Sie haben Jura studiert und das erste Staatsexamen abgelegt. Wie kamen Sie von Jura zur Malerei?

Kerstin Schuld: Schon als Kind habe ich gerne gemalt. In den letzten Jahren des Studiums war die Ölmalerei mein Hobby, gleichzeitig habe ich auch auf das 1. Staatsexamen hingearbeitet, denn es war mir wichtig, mein Studium auch abzuschließen. Von Freunden und Bekannten ermutigt, wurde die Malerei danach zu meinem Lebensinhalt. Da ich Seiteneinsteigerin bin, also die Malerei nicht studiert habe, mußte ich mir vieles selbst beibringen. Ich habe täglich gemalt, mich mit der Darstellung, der Farbmischung usw. beschäftigt und immer wieder ausprobiert. Mir waren freier Spielraum, Phantasie und eigene Ideen immer wichtig. Dies konnte mir Jura nicht bieten. Natürlich gehört zum Umsteigen auch eine Menge Disziplin.

BT: Sie haben in den letzten Jahren Tier- und Landschaftsbilder gemalt, waren in Fachkreisen inzwischen sehr bekannt. Wieso der Wechsel zur Illustration von Kinderbüchern?

 


KS:
Das Thema Landschafts- und Tiermalerei war irgendwann erschöpft. Diese Motive bieten keinen großen Spielraum für Phantasie und Kreativität. Hexen und Feen lassen einfach mehr eigene Gestaltungsmöglichkeiten zu. Daher habe ich Illustrationsbeispiele an Verlage geschickt und gehofft, daß diesen meine Bilder gefallen. Vor fünf Jahren bekam ich den ersten kleinen Auftrag. Inzwischen habe ich eine Agentin, die mich berät, mich bei den Verlagen vertritt.


BT: Bleiben Sie weiterhin Ihren Illustrationen treu?

KS: Ja, denn das macht mir sehr viel Spaß. Ich lebe sozusagen mit der Geschichte und den Figuren, die ich male.

BT: Sie haben inzwischen ein Bilderbuch mit eigenem Text herausgebracht: ”Michel und die kleine Leni”. Eine Geschichte über eine kleine Fledermaus, wobei die Kinder auch einige Informationen über Fledermäuse erhalten. Möchten Sie in Zukunft in dieser Richtung weiterarbeiten?

KS: Wenn es meine Zeit zuläßt, werde ich zwischendurch versuchen, meine eigenen Texte und Figuren in Bilderbüchern zu verwirklichen. Vielleicht geht die Geschichte von Michel und Leni ja weiter. Mein Schwerpunkt wird jedoch die Illustration von Kinderbüchern bleiben.

BT: Wie lange arbeiten Sie an der Illustration eines Bilderbuches?

KS: Meist arbeite ich an mehreren Aufträgen gleichzeitig. Das bedeutet, für eine Geschichte zeichne ich die Rohskizzen, bei der anderen arbeite ich an den Reinzeichnungen, also der Farbgebung der Bilder.

 

 

 

 

 


 


 


     

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